Ralf Witthaus // Rasenmäherzeichnungen

Infos zu Projekten, Ausstellungen und zur Bundesrasenschau und Internationalen Rasenschau

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Parkomanie

29. Juni 2020 von Ralf Witthaus · Allgemein

hast Du eine Ahnung, was Parkomanie ist?  

Das kommende Projekt findet in Bergwedel in der Nähe von Hannover statt. Falls Du am Samstag den 4. Juli Lust und Zeit hast, dann lade ich Dich herzlich ein, mit uns die Eröffnung zu feiern. Gemeinsam mit 4 weiteren Künstlerinnen und deren Kunstwerke findet um 16 Uhr die Vernissage statt. Ort des temporären Skulpturenparks:  Alter Park, Thönser Straße, 30938 Großburgwedel
Veranstalter ist der Kunstverein Burgwedel / Isernhagen.

Mehr Infos findest Du hier:https://www.kunstverein-bwi.de/ausstellungen/

English:

Do you have any idea what parkomania is?

The upcoming project takes place in Bergwedel near Hannover. If you have the time on Saturday July 4th, I invite you to celebrate the opening with us. Together with four other artists and their works of art the vernissage will take place at 4 pm.

Place of the temporary sculpture park: Alter Park, Thönser Strasse, 30938 Großburgwedel, Germany

Organizer is the Kunstverein Burgwedel / Isernhagen, more information can be found here:
https://www.kunstverein-bwi.de/ausstellungen/

Alles Gute für 2020!

01. Januar 2020 von Ralf Witthaus · Allgemein

Rückblick und Vorausschau

„Danke!“ kann man gar nicht oft genug sagen: „Danke!“ an die vielen Menschen, die mich dieses Jahr inspiriert, unterstützt und bei all den gemeinsamen Aktionen begleitet oder meinem Werk Aufmerksamkeit geschenkt haben! Menschen aus Wermsdorf und Sachsen, aus Köln, aus Herzogenrath, aus Italien, aus Löhne, Bad Oeynhausen und OWL, aus Waiblingen und Dieburg, aus Leipzig, aus Erfurt, aus Hamburg, aus Gütersloh, aus Düsseldorf, aus München, aus Wien, aus Lohmar, aus den Niederlande, aus Molsberg, aus Berlin, aus Polen, aus Leverkusen, aus Litauen, aus Groß-Gerau, aus Neuseeland, aus Tecklenburg und Lengerich, aus Freiburg, aus Dresden..

Moment mal, hab ich Deine Stadt vergessen? Du weisst schon: diese Liste könnte ich endlos weiterführen! Deshalb sage ich an dieser Stelle einfach: Danke an alle! Und vor allem: Danke Dir, dass Du an all dem aus der Ferne oder auch am Ort des Geschehens Teil haben magst!
 

„Die wirkliche Wirklichkeit“ (C) Ralf Witthaus, 2019

Ein kurzer Rückblick – hier vier Highlights aus diesem Jahr: 

Mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden haben wir mit über 40 Helfern an dem Schloss Hubertusburg das verlorene Sächsische Versailles wieder ans Tageslicht gebracht: Das Landschaftskunstwerk ‚Der Garten in mir‘ – auf vierzehntausend Quadratmeter! Ein unvergessliches Ereignis.

Mein erster universitärer Lehrauftrag führte mich im Sommer 2019 nach Erfurt.

Die umfangreichste Einzelausstellung der Malereien aus meiner Tanzpartner-Serie wurde in Herzogenrath bei Aachen in den wunderschönen Räumen des Forum für Kunst und Kultur präsentiert.

Und was mich auch sehr gefreut hat: Noch nie zuvor hat ein deutscher Künstler das Stipendium der italienischen Fondazione Isola Comacina erhalten, .. um so mehr habe ich den Aufenthalt dort genossen. Ich konnte sogar mitten in der archäologischen Zone der einzigen Insel auf dem wunderschönen Comer See ein Werk hinterlassen: ‚La Insula Nova‘. Aufgrund der besonderen Vegetation und der dunklen Erde war es hier möglich eine dreifarbige Rasenmäherzeichnung zu realisieren. Einmalig.

„Der weiße Spiegel“, Werk und Foto (C) Ralf Witthaus, 2019


2020 steht vor der Tür..
..und Du bist bestimmt neugierig, was alles in Vorbereitung ist?

Soviel kann ich schon verraten:

Ein halbes Dutzend Landschaftskunstwerke sind für den Sommer im Gespräch umgesetzt zu werden!


Ich wünsche Dir alles, alles Gute für 2020,

vor allem Gesundheit, und auch dass Deine Wünsche und Hoffnungen in Erfüllung gehen,

und dass wir gemeinsam noch viele Jahre haben, um sie mit guter Kunst und schönem Leben zu füllen!


Dein Ralf

Das PERPETUUM im Studien- und Reflexionspark Schlamau

17. Oktober 2019 von Ralf Witthaus · Allgemein

PERPETUUM, 2019

Alle Fotos von (C) Harald Neumann

Anfang Oktober organisierte Julja Schneider ein Künstlersymposium zum Thema der Gewaltfreiheit in dem Studien- und Reflexionspark Schlamau. Ich las dort zum ersten Mal Schriften des Philosophen Silo und insbesondere gefiel mir eine Rede von ihm mit geradezu prophetischer Kraft („Die Heilung vom Leiden“). Unter diesem Eindruck untersuchte ich den Park in Schlamau und die Absichten die darin verborgen liegen. Im Gegensatz zu allen anderen Orten an denen ich bis jetzt arbeitete, ist dieser Park nicht ein Ort der Vergangenheit – sondern ein Ort der Zukunft.

Viele der „Studien- und Reflexionsparks“ haben eine typische Möblierung, in Schlamau fehlt diese bis jetzt. Es gelang mir nicht, mich mit diesen Elementen sinnvoll zu verbinden, einige Ergebnisse meiner Überlegungen waren mehr landschaftsplanerischer Natur – und ich verwarf die Ideen dazu. Statt dessen habe ich mich danach freier an das Thema heranbegeben.

Für das Künstlersymposium entstand ein neues PERPETUUM. Zwei Ovale wurden zu einem Band verschlungen. Wenn sich Menschen in der Zeichnung bewegen, treffen sie nochmal ganz anders aufeinander, als bei den vorigen Werken dieser Art.

Was könnte besser zu dem Thema Gewaltfreiheit passen, als etwas, das sich auf Partnerschaft bezieht. Die Partnerschaft ist der Platz im Leben von Menschen, der am herzlichsten und am kompliziertesten werden kann. Lebenswege sind in einer besonderen Art und Weise miteinander verwoben, und es ist eine Kunst, lange Wege miteinander zu gehen. In der deutschen Sprache gibt es schöne Wörte in diesem Bereich, die sich gut auf das Kunstwerk übertragen lassen: „die können gut miteinander umgehen“, „man trifft sich immer zweimal“, aber auch: „es gibt nur wenig Überschneidung“, oder: manchmal „tritt man sich gegenseitig auf die Füsse“, oder sogar: da „fährt jemand einen herein“…

Als ich anfing wusste ich, dass das, was ich da plante eigentlich viel zu groß für den kurzen Zeitraum war, denn ich war ganz alleine angereist. Immerhin auf einer Fläche von 4500 qm war die Zeichnung zu realisieren. Und es regnete immer wieder.

Julja hatte angekündigt, dass noch Helfer kommen. Und tatsächlich mit jedem Tag wurden es mehr. Am Ende kamen auch ganz viele von den Künstlern und packten mit an, um den vielen Rasenschnitt herauszubringen. Mit wundervoller Energie wurde gemeinsam gearbeitet. Es kam mir für einen Moment vor, als ob sich die Menschen recht spontan und ich möcht fast sagen glücklich mithilfe dieser gemeinsamen Arbeit rückverbinden mit etwas, dass uns noch in den Genen steckt. Als ob – wie jemand es später passend in Worte fasste – meine Kunst eine moderne Form von gemeinsamen Ackerbau wäre. Ich beobachtete beim Mähen aus einer gewissen Ferne Menschen, die ich weder gebeten, noch bis heute kennengelernt habe, kiloweise Schnittgut herauszuheben und abzutransportieren. Sie scheuten sich nicht dreckig zu werden, sie lachten gemeinsam und sie hatten sich was zu erzählen. Die Arbeit stand ganz offensichtlich an, und man nahm das selbstverständlich in die Hand, damit es fertig wurde. Wie im Märchen: Das volle Bäumchen wurde geschüttelt. Und so wurde auch das Kunstwerk pünktlich fertig.

Besten Dank an alle! Das war wunderschön!

An dieser Stelle auch nochmal einen besten Dank an STIHL für den tollen Support!

Hier kommt die Fotodokumentation zu dem vitruvianischen Pantheon in Köln

01. Oktober 2019 von Ralf Witthaus · Allgemein

Fotos (C) Harald Neumann

Im Nippeser Tälchen zu Füßen des Altenburger Hofes, der auf den Fundamenten eines Römischen Kastells gebaut ist, realisierten wir Mitte September das „vitruvianische Pantheon“. Gemeinsam mit Schülern des Leonardo-da-Vinci Gymnasiums und FORD Community Involvement zeichneten wir in Köln ein Bodenmosaik, dass angelehnt an das Vorbild aus dem römischen Pantheon, aus Kreisen und Quadraten gebildet wird.

Für dieses römische Bodenmosaik habe ich seit langem ein tiefes Interesse. Seine Besonderheit ist, dass Menschen nicht klein in dem großen Tempel wirken. Obwohl die römische Kuppelhalle für 1700 Jahre die größte Architektur ihrer Art war, ist nie beabsichtigt gewesen, dem einzelnen Menschen das Gefühl des Alleinseins zu geben. Ganz im Gegenteil: Das Bodenmosaik wirkt wie ein Zeichen für die Gemeinschaft, für die Unterschiedlichkeit und für die Gemeinsamkeit.

Als man mich fragte, ob ich etwas zum Leonardo-Jahr machen könnte, da lag das PANTHEON-Thema schnell wieder auf meinem Tisch. Was mich seit langem interessiert, das ist das Verhältnis menschlicher Körpermaße zu diesem Muster. In Köln kombinierte ich eine Idee, die hinter einer berühmten Zeichnung von Leonardo da Vinci liegt, mit dem Bodendekor des Pantheon. Leonardo zeichnete vor 500 Jahren einen Mann mit vier ausgestreckten Armen und Beinen – den „vitruvianischen Menschen“. Der „vitruvianische Mensch“ bezieht sich auf den römischen Architekten Vitruv. Dessen Architekturbücher sind die einzigen überlieferten schriftlichen Quellen über die römische Architektur des Altertums und die Ideen, die man vor über 2000 Jahren damit verband. Das Quadrat sowie der Kreis wurde in diesen Büchern aus den Körpermaßen von Menschen abgeleitet. Leonardo schuf 1500 Jahre später dazu in seinen Skizzenbüchern eine Illustration, die es in das kollektive Gedächtnis der Menschheit geschafft hat.

Die Architekten des Pantheon werden die Schriften von Vitruv gekannt haben. Vielleicht ist deshalb die Wirkung des römischen Pantheons so überzeugend.

Diese Ästhetik lässt mich seit meinem ersten Besuch in Rom nicht los. Deshalb fuhr ich vor einigen Jahren ein zweites Mal nach Rom und vermaß das Bodenmosaik. Mit mäßigem Erfolg: Nur an wenigen Stellen ist es vorstellbar, dass direkt menschliche Körpermaße für die kompositorischen Überlegungen genutzt worden sind. Aber alles in allem wirkt es überaus bezogen auf den Menschen. Etwas Rätsel blieb – so wurde es zu einem künstlerischen Untersuchungsgegenstand von mir.

Bereits 2018 zeichnete ich in Molsberg ein etwas kleineres Pantheon auf Grundlage eigener Körpermaße, jetzt in Köln vermaßen wir gemeinsam über 100 Menschen unterschiedlichen Alters von vor Ort und nutzten ihre Körpergrößen um sie in die Komposition einfließen zu lassen. Das Bodenmosaik wird dadurch sehr lebendig und bleibt aber auch in sich schlüssig. Obwohl das Kölner Pantheon etwa 5 Meter kleiner ist, als das römische Vorbild, hat es die gleiche Anzahl von Einzelfeldern. Es berührt durch seine Einfachheit. Ich glaube: Selbst wenn man das erste Mal auf diese Zeichnung tritt und die Idee dahinter noch nicht weiss: man spürt das menschliche Maß – und wie Anfangs bereits beschrieben die menschliche Unterschiedlichkeit und Gemeinschaft.

Gefördert wurde das Kunstprojekt von der FORD-Stiftung, der Bürgerstiftung Köln, dem Förderverein des Leonardo-da-Vinci-Gymnasiums und STIHL.

Das vitruvianische Pantheon

09. September 2019 von Ralf Witthaus · Allgemein

Ort: Köln, Nippeser Tälchen, nahe des Altenberger Hofes

Realisationszeitraum: 10. –  spätestens 14. September 2019

Pressetermin: 11. September 2019, 11 Uhr

Auf die Frage hin, ob ich etwas zum diesjährigen Leonardo-da-Vinci-Jahr machen möchte, kam mir die Idee ein weiteres vitruvianisches Pantheon zu zeichnen – wie 2018 in Molsberg.

Leonardo da Vincis Werk verbinde ich mit der Suche nach perfekten Proportionen, nicht ohne Grund ist seine Zeichnung mit einem Menschen im Verhältnis zu Kreis und Quadrat „Der vitruvianische Mensch“ so berühmt und findet sich in vielen Logos und Buchillustrationen wieder. Kreis und Quadrat in bezug auf menschliche Proportionen finden wir nicht nur bei Leonardo. Bereits viel früher arbeiteten die besten italienischen Gestalter mit diesen Elementen auf höchstem Niveau. Er selber bezieht sich bei seiner Zeichnung auf den römischen Architekten Vitruvius – von diesem stammen die einzigen aus der Antike erhaltenen Architekturbücher. Ich bin desweiteren der Überzeugung, dass das Bodenmosaik des Pantheons, das ca. 150 Jahre nach Vitruvius gebaut wurde auf Leonardo ebenfalls einen wichtigen Einfluss gehabt hat. 

Bei dem „vituvianischen Menschen“ interessiert mich die Haltung, mit Maßen und Porportionen künstlerisch zu arbeiten, die 1:1 von körperlichen Maßen übernommen werden. Bei dem weltberühmten Pantheon in Rom interessiert mich in erster Linie die Bodenstruktur, die Wirkung des Flächenmaßes des Bodenmosaiks im Bezug zu den Menschen die sich darauf bewegen. Beides bringe ich zusammen.

Meine Idee für das Kunstprojekt PANTHEON ist es die menschlichen Maße von heutigen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ganz im Sinne „des vituvianischen Menschen“ in Kreis- und Quadratflächen umzuwandeln und daraus eine Bodenstruktur zu gestalten – auf der sich Menschen bewegen. 

Um sich das Kunstwerk vorstellen zu können, zeige ich hier auch das PANTHEON, dass ich 2018 in Molsberg mähte. Das hatte für mich zum Ziel im Hinblick auf der Nutzung meiner eigenen Körpergröße die Wirkung der Bodenstruktur zu erspüren. Es war mit 800 Quadratmetern etwas kleiner als das neue Kunstprojekt und das Muster war anders dimensioniert.

Mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Körpergrößen und den Kontext von verschiedenen Menschen bekommt das PANTHEON, dass jetzt in Köln entstehen kann, eine viel durchmischtere und bewegtere Komposition. Übrigens weist auch das römische Pantheon unterschiedliche Kreis- und Quadratgrößen auf.

Es gibt für das Projekt eine Kooperation mit dem Leonardo-Gymnasium in Nippes. Das Gymnasium ist 500 Meter entfernt vom Nippeser Tälchen. Gemeinsam mit einer Gruppe Schülern der Leonardo-da-Vinci-Gymnasiums sammeln wir nicht nur Körpergrößen vom Realisationsteam, sondern darüber hinaus für ein Losverfahren Zettel mit Körpergrößen von anderen Schülern, Eltern, Freunden und Parkbesuchern des Nippeser Tälchens. Diese Lose werden bei der Realisierung nach und nach gezogen und daraus werden die Größe der Kreis- und Quadratflächen festgelegt. Wir werden etwas mehr Lose als Flächen haben, und niemand wird am Ende genau wissen, wer mit dabei ist, und wer nicht. Gleichzeitig ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch. Somit entsteht eine gewisse Offenheit und Identifikation.

Gefördert wird das Kunstprojekt von der FORD-Stiftung, der Bürgerstiftung Köln, dem Förderverein des Leonardo-da-Vinci-Gymnasiums und STIHL.

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