Ralf Witthaus // Rasenmäherzeichnungen

Infos zu Projekten, Ausstellungen und zur Bundesrasenschau und Internationalen Rasenschau

Ralf Witthaus // Rasenmäherzeichnungen header image 1

Unterstützer für das Landschaftskunstwerk „Der Garten in mir“ am Schloss Hubertusburg in Wermsdorf gesucht

01. Juni 2019 von Ralf Witthaus · Allgemein

Der Künstler Ralf Witthaus plant gemeinsam mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden das außergewöhnliche Kunstwerk „Der Garten in mir“ im öffentlichen Raum:

„Es ist kaum zu glauben, in Wermsdorf gab es einst so etwas wie ein Sächsisches Versailles. Der Garten von Schloss Hubertusburg hatte monumentale Ausmaße – und er sollte noch viel größer werden. Im Moment suchen wir Menschen, die Lust haben, soviel wie möglich von der verschwundenen Gartenanlage mit mir sichtbar zu machen.“ 

Witthaus möchte ab dem 1. Juli bis Mitte des Monats mit Motorsensen die zentralen Schmuckformen des Parks frei schneiden. Dies ist möglich, weil nur einzelne Bereiche der einstigen Gartenanlage überbaut worden sind und der Rest unter einer Rasenflächen liegt. 

Die Helfer können sich auf vielfältige Art und Weise einbringen: Ausmessen und Abstecken, Mähen mit Motorsensen oder Rasenmähern, und Zusammenrechen von Grünschnitt. Witthaus: „Die Zeichnung im Rasen ist nur ein Teil meiner Kunst, genauso wichtig ist mir der performative Anteil des Projektes: Die Arbeit ist für alle ein Fest! Wir arbeiten gemeinsam, wir essen gemeinsam, wir kommunizieren mit den Besuchern.“ 

Ralf Witthaus mit seinem Team 2018 in Molsberg, Foto (C) Harald Neumann

Es gibt eine festliche Kleiderordnung für das Team: weißes Hemd und schwarze Hose sind für Männer Pflicht, Frauen können auch andere festliche Kleidung in schwarz-weiß tragen. Volljährigkeit ist für die Benutzung von Motorsensen genauso obligatorisch, wie Visierhelme und Stahlkappenschuhe. Diese werden von STIHL gestellt.

Der Künstler ist überzeugt: „Wenn wir nur zehn Prozent vom Garten schaffen, wird man Schloss Hubertusburg mit anderen Augen sehen. Man wird fassungslos vor den Dimensionen der vergessenen Anlage stehen. Schloss Hubertusburg ist ein einzigartiges Zeugnis einer fast vergessenen Ära. Mit dem Kunstwerk wird das umso deutlicher.“ 

Bei dem Kunstwerk „Der Garten in mir“ geht es nicht nur um einen historischen Gartenplan. Die Konzeption des Künstlers nimmt auch die Plünderung des Schlosses und die Geschichte und Wirkung des Mannes mit auf, der das Schloss für Friedrich II. plündern sollte und sich weigerte: Friedrich Adolf von der Marwitz wollte seinen Namen mit der Schlossplünderung nicht beschmutzen, wohlwissend, dass er damit bei seinem König in Ungnade fällt und seine Karriere beendet.

Das Landschaftskunstwerk entsteht anlässlich der Ausstellung „Friedrich August und Maria Josepha“ auf Schloss Hubertusburg. Die Ausstellung beleuchtet die „Hochzeit des Jahrhunderts“ im Jahr 1719 sowie das verlorene Sächsische Rokoko. Die Ausstellung wird organisiert von den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden in Zusammenarbeit mit Schlösserland Sachsen.

Der Künstler Ralf Witthaus ist bekannt für Landschaftskunstwerke, gemeinsam mit großen Teams von Ehrenamtlern zeichnet er seit 20 Jahren europaweit ortsbezogene Landschaftskunstwerke in den Rasen. Klare Kontraste erreicht der Künstler, weil er bis zur Grasnarbe schneidet, die Wurzel der Pflanze wird aber nicht beschädigt. Seine Kunstprojekte sind also temporärer Natur: Sie wachsen innerhalb weniger Wochen wieder zu.

Der Künstler und die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden freuen sich über interessierte Bürger, die tageweise oder auch länger Teil des Kunstprojektes „Der Garten in mir“ sein möchten.

Zeitraum der Projektrealisation: 1. – 19. Juli, Mo – Sa, 10 – 18 Uhr täglich, Vermessung bereits ab 25. Juni

Ort: Rückseite Schloss Hubertusburg, 04779 Wermsdorf, Sachsen

Interessenten können sich melden bei Tony Eva Hoyer / Staatliche Kunstsammlungen Dresden unter: tony.hoyer.extern@skd.museum, +49 (0)351 4914 8653 

oder bei dem Künstler: mail@ralfwitthaus.de, +49 (0)163-249 68 59

Das Projekt wird eröffnet am 19. Juli 2019.

TREPPEN im Rosenzweigpark in Köln

05. Oktober 2018 von Ralf Witthaus · Allgemein

Peter Joseph Lenné, einer der größten Gartenkünstler des 19. Jahrhunderts und vielleicht sogar der Begründer der Landschaftsarchitektur in Deutschland, pflegte über den Berufsstand der Gärtner zu sagen, dass nicht der Spaten zum Bäume pflanzen das wichtigste Werkzeug ebenjener sei, sondern die Heckenschere und alles, was dazu dient, das Grün zurückzuschneiden.

Wenn man einen Garten errichtet hat, besteht der Alltag darin, die Natur in Form zu halten. Das ist der einzige Weg „die rasch voranschreitende Verholzung“, wie mancher Gartenarchitekt es nennt, zu verhindern.

Stadtgrün ist etwas anderes als Urwald. Denn Landschaftsarchitektur ist bei näherer Betrachtung funktional. Sie ist Ergebnis einer planerischen Konzeption, die – wenn sie von einem wachen Geist erschaffen worden ist – räumliche, ökologische, gesundheitliche, klimatische, ästhetische, soziale und stadtplanerische Kontexte gekonnt verbindet.

Wenn man in einer Landschaftsarchitektur nicht gärtnerisch tätig werden würde, und damit die Absicht verfolgt, dass alles so bleibt, wie es ist, dann ist man auf dem Holzweg. Die Heckenschere nicht zu benutzen garantiert die Veränderung.

Ich bin Künstler und begebe mich auf Spurensuche. Mich interessieren Bezüge, die nicht mehr sichtbar sind, aber relevant. Im Rosenzweigpark fasziniert mich die Terrassierung. Einst hat man hier Erdmaterial entnommen. Die Grube bestand bereits vor dem Park, der in den 1920er Jahren zusammen mit den umliegenden Gebäuden angelegt worden ist. Zu den Terrassen des Parks gehören Treppen. Kleine Treppen gehen auf der Westseite empor, dahinter liegt eine ganze Straßenzeile die sehr an dem Bauhausstil angelehnt ist. Besonders fällt mir die Haupttreppe in südlicher Richtung ins Auge. Die meisten Menschen benutzen sie nicht. Oder muss ich sagen: Nicht mehr? Nebenan ist nachträglich eine Rampe befestigt worden, sie könnte man auch mit Autos befahren. Die meisten Menschen laufen heutzutage diesen Weg.

Dabei ist die Haupttreppe die größte Treppe des Parks in Zollstock. Aber sie liegt im Schatten großer Bäume, Laub sammelt sich hier. Neben ihrer Massivität fällt auf, dass sie nicht mittig auf die große Rasenfläche führt. Auch ist sie nicht in direkter Fortsetzung zu der oberen Strasse, sie leitet vielmehr vom heutigen Parkplatz der evangelischen Kirche herunter, die sich auf der rechten Straßenseite hinter dem Park befindet. Warum also diese Verschiebung der Treppe auf die linke Seite? (Später sollte mir noch jemand erzählen, dass der bekannte Kölner Gartendirektor Fritz Encke den Park gestaltet hat.) Die Platzierung konnte kein Zufall sein.

Erst ein Foto aus den 30er Jahren lässt mir bei meiner Recherche den Sinn dieser Komposition wie Schuppen von den Augen fallen. Auch wenn auf dem Foto die Treppe selbst nicht zu sehen ist, so doch die Parkgestaltung ohne hohe Bäume. Die Westseite des Parks mit Blickrichtung Süden ist hier abgebildet. Man erkennt die mittlerweile verschwundenen Rosengärten auf der mittleren Terrasse und sehr präsent den Kirchturm der evangelischen Kirche. Der Landschaftsarchitekt hat diesen hochstehenden Landmark in seine Gestaltung von vorne herein mit einbezogen. Die südliche Blickrichtung ist wohlkomponiert: Auf der rechten Seite der Turm als vertikales Element und dazu dann das horizontale Element: die Böschung, in der die Treppe leicht nach links versetzt werden musste, um ein adäquates ästhetisches Gegengewicht zu ergeben.

Was wir auf dem alten Foto sehen, ist ein gelungene, offene Landschaftsarchitektur. Der Park verbindet sich mit dem bebauten Umfeld.

Bis heute funktioniert diese Verbindung durchaus zu der Westseite hin, zu der mehretagigen Wohnbebauung. Zu der Südseite jedoch ist alles zugewachsen, nicht einmal mit einer Drohne kann man den Zusammenhang auch nur ansatzweise als Foto darstellen. Die Bäume sind einfach zu groß.

Natürlich verstehe ich, dass die stattlichen Bäume nicht zurückgeschnitten worden sind: Große Bäume dauerhaft zu beschneiden ist kostenintensiv. Dazu kommt auch die Eigendynamik vieler Entscheidungen – über ein ganzes Jahrhundert lang. Vielleicht hat man den Wert dieser Landschaftsarchitektur einfach aus den Augen verloren?

Ich frage mich: Wer hat die Bäume hier gepflanzt? War es Encke selbst, oder kamen sie erst später dazu? Und vielleicht hat sich auch so mancher Baum einfach selbst breit gemacht.

Was ich toll finde: Ich finde es richtig inspirierend, dass sich hinter einer leicht verschobenen Treppe etwas anderes verbirgt: Hier im Rosenzweigpark gibt es einen großen Wurf, eine besondere stadtplanerische Inszenierung eines Ortes von einem der besten Landschaftsarchitekten seiner Zeit. Sie ist da, und doch im Grün verschwunden. So was mag ich.

Mit unserer künstlerischen Aktion werden wir Teil davon. Eine große Zeichnung entsteht ausgehend von der Treppe. Viele weitere Stufen zeichne ich in den Park hinein. Ich habe rumtelefoniert, Tag für Tag kommen Helfer von Nah und Fern angereist und machen mit. Außerdem kommen Menschen zu uns, um herauszufinden, was wir machen, und warum wir das machen. Ich bin sparsam: Tag für Tag sage ich ein bißchen mehr dazu. Nichts ist schöner als die Neugierde. Am meisten Spaß macht doch immer das Entdecken.

Wie bei allen Rasenmäherzeichnungen geht es um mehr, als um die Zeichnung. Die künstlerische Aktion und das Muster, dass wir im Kölner Rosenzweigpark hinterlassen, hat die Chance die Wahrnehmung für den Ort zu schärfen.

Mit Erwartungen halte ich mich aber weitgehend zurück: Ich glaube, dass bereits ganz viel geschafft ist, wenn Kunst erstmal Fragen aufwirft.

 

Besten Dank an das Grünflächenamt der Stadt Köln und an STIHL, die dieses Projekt maßgeblich unterstützt haben und an Barbara, Ellen, Reni und Stefan vom ZollstocKULTUR e.V. die mich für dieses Werk nach Köln geholt haben. Und mein Dank geht auch an Birgitt, Günter, Harald, Jan, Michael, Peter und Willem die in unzähligen Stunden vor Ort die Zeichnung mit mir realisierten.

Bis zum 9. Oktober findet sich in der Mediathek des WDRs ein Fernsehbeitrag der Kölner Lokalzeit über das Projekt. Bevor der wieder verschwindet, am besten sofort ansehen, der Beitrag startet ab Minute 18:50.

Bei diesem trockenen Sommer ist der Kontrast der Rasenmäherzeichnung sehr gering. Und aus der Vogelperspektive ist der Kontrast der Zeichnung noch wesentlich geringer wie vom Boden. Deshalb hab ich in dieses Luftfotos mehr Grün hinein retuschiert, dass man die Zeichnung gut wahrnehmen kann:

Bildnachweis: Werk TREPPEN (C) Ralf Witthaus, Fotos: 1-7, 11-19, 21-26 (C) Harald Neumann Foto 8: (C) Ralf Witthaus, Foto 9+10, 20: Michael Witthaus

TREPPEN – Rasenmäherzeichnung im Rosenzweigpark Köln

24. September 2018 von Ralf Witthaus · Allgemein

Hier kommt die Pressemitteilung von ZollstocKULTUR für unser neues Projekt im Rosenzweigpark Köln:

Das 5. Zollstocker Kulturwochenende wirft seine Schatten voraus: Ab heute startet der bildende Künstler Ralf Witthaus mit seinem Team im Rosenzweigpark. In einer tagelangen künstlerischen Aktion entsteht die raumgreifende Rasenmäherzeichnung TREPPEN auf der offenen zentralen Grünfläche.

Der Künstler zeichnet mit Motorsensen und Rasenmähern in das Parkgrün hinein. Er schafft ein begehbares Kunstwerk auf einer Fläche von 2.000 Quadratmetern welches von den Besuchern des Parks bewandert werden kann.

„Mir geht es um eine künstlerische Landschaftserfahrung. Es geht darum, was passiert, wenn sich Menschen in einer Zeichnung bewegen und sich dadurch mit dem Park bzw. ihrem Alltagsraum neu auseinandersetzen.“, sagt Ralf Witthaus, dessen Werke zumeist versteckte Geschichten von Orten aufnehmen und sichtbar machen. „Die meisten Menschen nehmen den öffentlichen Raum oft einfach nur hin. Dabei gibt es so viel zu entdecken. Ein Parkraum ist so viel mehr als ein Stück Natur, selbst wenn seine ursprüngliche Gestaltung manchmal kaum noch zu verstehen ist. Am spannendsten finde ich es, wenn Kunst neugierig macht, genauer hinzuschauen, denn dann verändert sich was.“ Bei seinem neuesten Projekt bezieht Witthaus sich – soviel darf verraten sein – auf eine ehemals landschaftsarchitektonische Qualität des Parks, die nicht mehr sichtbar ist.

Für den Künstler mit Kölner Wurzeln der u.a. 2010 in Köln eine eigene „Bundesrasenschau“ rund um die Kölner Innenstadt realisierte, gehört bereits die Erstellung des Kunstwerkes zu seiner Kunst dazu. Sein Team arbeitet, genauso wie er, in schwarzen Anzügen, und sie kultivieren die Arbeit wie ein Fest: es wird zusammen gearbeitet, gegessen, und mit Passanten kommuniziert.

Ellen Muck vom Veranstalterteam ZollstocKULTUR e.V. freut sich, den heute in Süddeutschland ansässigen Künstler für das 5. Zollstocker Kulturwochenende nach Köln zurückholen zu können, „Mit einem so großen Kunstprojekt in unmittelbarer Nähe zu unserem Zollstocker Bürgerhaus wollen wir natürlich auch ein Zeichen setzen: Zollstock hat kulturell unglaublich viel zu bieten! Jetzt an diesem Wochenende werden viele Kunstschaffende und Kulturunterstützer ihre Pforten öffnen. Es lohnt sich, sich auf den Weg zu machen!“ 

Freitag Abend, 28.9., soll die Rasenmäherzeichnung pünktlich zur Eröffnung des Kulturwochenendes vollendet werden. Die Eröffnung ist um 20 Uhr nebenan im Bürgerhaus Zollstock, Rosenzweigweg 1. 

Samstag und Sonntag bietet das 5. Zollstocker Kulturwochenende ein mannigfaltiges Programm an 17 Standorten in Zollstock. Mehr Infos dazu unter www.zollstockultur.de. Das 5. Zollstocker Kulturwochenende wird ermöglicht mit freundlicher Unterstützung der Stadt Köln, Bezirksvertretung Rodenkirchen, STIHL, Lömme Lömm, Barefoot Wine, GAG und vielen weiteren.

THE CLOUD

04. September 2018 von Ralf Witthaus · Allgemein

Die große Dürre ist vorbei und wir haben THE CLOUD nochmal freigeschnitten. Diese Fotos kann ich Euch nicht vorenthalten:

 

Das Festival Bewegter Wind war ein großer Erfolg: Viele Fernsehberichte über das Festival brachten in den letzten Wochen tausende von Leuten in den einzigartigen Naturpark am Dörnberg bei Kassel. Besten Dank an die Kuratorin Reta Reinl für Ihren unglaublichen Einsatz.

THE CLOUD

14. August 2018 von Ralf Witthaus · Allgemein

In der letzten Woche haben wir im Naturschutzgebiet am Hohen Dörnberg unterhalb des Naturdenkmals Helfensteine THE CLOUD gezeichnet. Die Landschaft ist gelb und trocken, die Rinder, die hier weiden, finden kaum noch etwas grünes. Eine ganz eigene Wirkung hat THE CLOUD in dieser Umgebung: geheimnisvoll und wie ein archäologisches Fragment erscheint die über 2500 qm große Zeichnung. Und tatsächlich hat sie ja einen über die Jahrtausende verschwundenen Kontext, der sich auch in dieser zurückhaltenden Ästhetik wunderbar kommuniziert.

Am Sonntag den 19. August um 11 Uhr ist Festivaleröffnung. Mehr Infos hier.

Und jetzt folgen ein paar Fotos aus den letzten Tagen der Realisierung:

Besten Dank an das Team: Cornelia, Gaby, Gerd, Josef, Sylke, Paula, Tobias und Wolfgang! Danke auch an Kordula und Reta vom Kunstfestival Bewegter Wind und auch für den Support von STIHL!

 

© 2010 Ralf Witthaus — Ralf Witthaus // Rasenmäherzeichnungen — Startseite