Ralf Witthaus // Rasenmäherzeichnungen

Infos zu Projekten, Ausstellungen und zur Bundesrasenschau und Internationalen Rasenschau

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NULLA DIES SINE LINE

17. November 2016 von Ralf Witthaus · Allgemein

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Eine Inschrift ziert über einer Sonnenuhr das Dach der Villa Romana in Florenz. In Versalien steht dort NULLA DIES SINE LINE, was soviel bedeutet, wie KEIN TAG OHNE LINIE. Der Stab der Sonnenuhr wirft einen langen Schatten auf die Ziffern der Uhr – beschreibt der darüberstehende Satz die Schattenlinie?

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Die Villa Romana ist seit über einhundert Jahren eine der bekanntesten deutschen Künstlerresidenzen im Ausland. Gegründet wurde diese Institution von dem bekannten Maler Max Klinger und seinen Künstlerfreunden vom Deutschen Künstlerbund. Hier sollten junge Künstler einen Ort für künstlerische Produktivität unabhängig von staatlicher Förderung erhalten.

Jedes Jahr beherbergt die Villa Romana seitdem zumeist vier Preisträger. Zeichner, Bildhauer und Maler, Künstler in allen Gattungen der bildenden Kunst. Viele dieser Künstler sind heute berühmt: zum Beispiel Max Beckmann, Käthe Kollwitz, Georg Baselitz oder Markus Lüpertz waren hier. An einem solchen Ort ist die Inschrift NULLA DIES SINE LINE wohl eher mit einer weiteren, poetischen Bedeutung gesetzt worden.

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Der Garten der Villa Romana ermöglicht am oberen Ende einen Ausblick auf die Stadt. Genau zwischen zwei Zypressen hindurch kann man auf die Hauptkuppel des Florentiner Doms blicken. Unterhalb der Kuppel ist ein rundes Fenster – von diesem Ort erscheint das riesige Element wie ein kleiner Punkt.

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Die Rasenmäherzeichnung visiert diesen Punkt in der Ferne an. Begeht man die gerade Linie, die sich wie ein Weg den Garten hinab zieht, so verbleibt das runde Fenster die ganze Zeit im Blickfeld des Betrachters. Etwa in der Mitte der Linie durchquert man dabei die zentrale quadratische Form der Rasenmäherzeichnung mit 10 Meter Länge und Breite.  Das Quadrat ist leicht aus der Flucht gedreht. Typographische Elemente und Fragmente ordnen sich hier um die durchquerende Achse. Die Linie löst etwas aus, wenn sie durch die Fläche stößt. In der Unordnung gibt es auch Ordnung. Und Bedeutung. Die Fragmente beziehen sich auf die Worte oberhalb der Sonnenuhr, wenn man genau hinschaut entdeckt man die Buchstabenzwischenräume von NULLA DIES SINE LINE.

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Florenz war in der Renaissance ein Schmelztiegel für die Künste – bis heute hat das Gewicht, das zeigen nicht nur die Kulturschätze, sondern auch die Touristenströme und Warteschlangen in der Innenstadt. Die Kunst der Vergangenheit funktioniert bis heute, die Stadt gleicht einem gewaltigen Museum.

Die Aufmerksamkeit vieler Augen dieser Stadt sind eher auf das gerichtet, was war. Die Blüte der Renaissance verbleibt durch ihre Virtuosität jedoch auch wie eine einzigartige Herausforderung an die heutigen Künstler. Und insofern könnte man den Satz auch anders übersetzen, als ein lebensfrohes, kunstbegeistertes, zukunftsbejahendes und mitreißendes: STOPPE NICHT! WER STOPPT, DER IST VERLOREN!

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Das Projekt wurde initiiert von Anna Lambertini / AIAPP in Zusammenarbeit mit Serena Savelli.

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Besten Dank für die großzügige Unterstützung dieses Projektes an die Villa Romana und STIHL.

 

Portraitfoto: Nico Joana Weber, Werkfotos: Ralf Witthaus

 

SQUARE AND CIRCLES

25. Oktober 2016 von Ralf Witthaus · Allgemein

Im Il Giardino di Pianamola ist zur Zeit die Arbeit „Square and Circles“ zu sehen. Der von Elisa Resegotti gestaltete Garten liegt in Bossano Romana, etwa 50 Kilometer von Rom entfernt. Ein besonderer Ort: Elisa Resegotti hat den Garten quasi aus dem Nichts erschaffen, als sie das Grundstück erwarb, hatte der Vorbesitzer tatsächlich alles Grün niederplaniert, allein zwei, drei Bäume standen noch. Als ich Elisa auf dem Weltkongress der Landschaftsarchitekten in Turin Anfang des Jahres kennenlernte, und sie mir von ihren Garten- und Kunstprojekten erzählte, bemerkte ich, dass sie bezüglich ihrer Gartengestaltung ebenfalls vom Zeichnen sprach. Sie zeichnete diesen Garten neu, nicht auf einem Blatt Papier, sondern wie ich, direkt vor Ort – als Landschaftsarchitekt und als Gärtner. Also habe ich mir den Garten angeschaut und der hat mich sehr begeistert.

Hier kommen einige Fotos des Fotografen (C) Francesco Galli zu der neuen Rasenmäherzeichnung und der Ausstellungseröffnung von „Land Art Revisited: Ralf Witthaus“, kuratiert von Elisa Resegotti.

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Der Garten beinhaltet neben einigen Skulpturen auch einen Pool, der für die bildnerische Komposition in seiner Funktion und Lage Impulsgeber war. Die Zeichnung befindet sich im Zentrum des Gartens, der Pool ist direkt daneben, aber für den Besucher leicht versteckt hinter Büschen. Die Aussicht an der Hanglage geht in Richtung des großen Sees, und bei gutem Wetter, kann man hinter dem See sogar auch das Meer in der Ferne entdecken. Bei der Betrachtung des Form des Pools wurde mir klar, dass die zentralen Grundformen der menschlichen Architektur sich hier in einer ganz eigenen und einfachen Art und Weise mischen. Es ist eigentümlich: Wo findet man ansonsten diese Form? Der Vergleich von der Wirkung eines Pools und eines Kunstwerks ist eine interessante Fragestellung.

Mehr Informationen zu dem Projekt und auch eine Karte für die Anfahrt:

www.pianamola.org

Besten Dank auch an den Fotografen Francesco Galli, für seine Dokumentationsfotos und Portraits.

Fotos: (C) Francesco Galli

PERPETUUM

03. Oktober 2016 von Ralf Witthaus · Allgemein

Im Öjendorfer Park haben wir gestern PERPETUUM eröffnet. Die über eine Kilometer lange Zeichnung besticht durch Einfachheit: Auch nach der Eröffnung waren den ganzen Tag Leute dort am Laufen – spielerisch und ohne Aufforderung folgten sie den neuen PERPETUUM-Wegen durch den Park, händehaltend, spurwechselnd oder im ständigen sich annähern und wieder Abstand gewinnend. Hier die besten Fotos der letzten Woche:

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Fotos: (C) Harald Neumann

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PERPETUUM – erster Realisationstag in Hamburg

28. September 2016 von Ralf Witthaus · Allgemein

Hier kommen die ersten Fotos von unserem Projektanfang aus dem Öjendorfer Park:1perpetuum-hamburg-ralf_witthaushn16092869 2perpetuum-hamburg-ralf_witthaushn16092871 3perpetuum-hamburg-3ralf_witthaushn16092885 4perpetuum-hamburg-ralf_witthaushn16092952 5perpetuum-hamburg-ralf_witthaushn16092938 6perpetuum-hamburg-ralf_witthaushn16092957 7perpetuum-hamburg-ralf_witthaushn16093058 8perpetuum-hamburg-ralf_witthaushn16093023 9perpetuum-hamburg-ralf_witthaushn16093133 10perpetuum-hamburg-ralf_witthaushn16093061 11perpetuum-hamburg-ralf_witthaushn16093095 12perpetuum-hamburg-ralf_witthaushn16093071

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PERPETUUM

26. September 2016 von Ralf Witthaus · Allgemein

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Ab heute entsteht in Hamburg das Kunstprojekt PERPETUUM:

Zwei Linien ziehen sich über einen Kilometer quer durch den Öjendorfer Park: schier endlos schwingend, wie der ewig gleiche Ausschlag eines Perpetuum Mobiles.

Ausgangspunkt ist das Südende der großen Rasenflächen des drittgrößten Hamburger Parks. Von dort geht es nordwärts.

Es ist ein Kunstwerk auf Zeit: Die in die Rasenfläche gemähte Zeichnung ist nur ein paar Wochen gut sichtbar. Danach wird das bis an die Grasnarbe gestutzte Grün wieder nachgewachsen sein.

Das Kunstwerk ist eine Einladung, die idyllische Landschaft des Öjendorfer Parks aus der Perspektive der gezogenen Schneise neu zu erleben; eine Einladung, den beiden sich sanft umschlängelnden Linien der Zeichnung – idealerweise zu zweit – zu folgen: einander sich immer wieder nähernd, dann voneinander entfernend, beinahe wie ein Liebespaar auf seinem Weg durchs Leben.

Das Kunstprojekt wird gefördert durch die Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg, im Rahmen des Programms „Kunst im öffentlichen Raum“, STIHL sowie viele ehrenamtliche Helfer.

Visualisierung: (C) Ralf Witthaus, Fotogrundlagen: (C) Harald Neumann und Ralf Witthaus

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