Ralf Witthaus // Rasenmäherzeichnungen

Infos zu Projekten, Ausstellungen und zur Bundesrasenschau und Internationalen Rasenschau

Ralf Witthaus // Rasenmäherzeichnungen header image 1

Auf in die italienischen Alpen!

22. Juli 2017 von Ralf Witthaus · Allgemein

// Sehr geehrte Damen und Herren,
// Dear Sir / Madame,

// monatelang haben wir dieses große Projekt in den italienischen Alpen vorbereitet – jetzt ist es soweit:

An einem der schönsten Plätze der Welt – in 1000 Meter Höhe auf dem Berg Bregagno – oberhalb der Stadt Musso – mit einem traumhaften Blick auf den Comer See entsteht seit Mittwoch „IL TESORO SMARRITO“

Herzliche Einladung:

Preview 28.07.17 um 16 Uhr
Eröffnung 29.07.17 um 11 Uhr

Für die Besteigung des Berges sind feste Wanderschuhe empfehlenswert.
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Am 29sten organisiert der Veranstalter OverLAPS einen Shuttleverkehr ab Musso – per Geländewagen oder per Helicopter – bitte frühzeitig buchen: 0039 3393561498

// Mehr Informationen über das Kunstprojekt finden Sie im beiliegenden Faltblatt und auf der Webseite:
www.overlaps.it

// powered by: fondazione cariplo, Comune di Musso und STIHL

// For month we are preparing this special project in the italian alps – now it’s starting:

At one of the most beautifull places in the world, at Mount Bregagno, near the city of Musso, 1000 meters high and with a marvelous view at Como Lake, the art project „IL TESERO SMARRITO“ is realized in these days.

I’d like to invite you cordially to the

Preview 28.07.2017 at 4 p.m.
Opening 29.07.2017 at 11 a.m.

for going up the hill please be aware for taking good shoes for hiking with you.
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At the 29th of July the organizer OverLAPS will offer a shuttle from Musso up to 800m – or a helicopter – please book as early as possible: 0039 3393561498.

// more informations to this art project you can find at the Flyer in the attachment and also at this website:
www.overlaps.it

// powered by: fondazione cariplo, Comune di Musso and STIHL

// Mit freundlichen Grüßen,
// with kind regards,

// Ralf Witthaus

Die Rasenschau in Erftstadt

07. Juli 2017 von Ralf Witthaus · Allgemein

In der letzten Woche entstand im Stadtgarten von Erftstadt eine Rasenmäherzeichnung gemeinsam mit einer Gruppe von Tagungsmitgliedern vom Schloss Gracht.

Für mich war hier interessant, dass der Stadtgarten bis jetzt noch nicht sein geplantes Aussehen hat – und das obwohl er seit vier Jahren fertig realisiert ist! Das ist nichts ungewöhnliches, denn erst wenn die Bäume ihre richtige Größe erreichen, kann die räumliche Gestaltung richtig funktionieren. Das war zum Beispiel auch bei allen Lennéschen Anlagen so – damals hat der König dem berühmten Landschaftsarchitekten nur ganz kleine Bäume bewilligt. (Das heisst, dass weder Lenné, noch sein König, ihre Parks so gesehen haben, wie sie sie ersonnen haben!)

Zentral in der Anlage steht desweiteren ein großes Kunstwerk, dass einst vor dem Rathaus stand. Es erinnert an eine Wendeltreppe, vielleicht soll es den Aufstieg der Stadt versinnbildlichen. In der ganz einfachen Landschaftsarchitektur dieses Stadtgartens finden sich also beim genaueren Hinsehen spannende Bezüge zu Stadtentwicklung, Landschaftsplanung, Ambitionen, Aktionen und Reaktionen.

Die 15er Gruppe mit der ich arbeiten konnte, arbeitete unter Anleitung des Unternehmensberaters und Coach Bernd Wildenmann zu Zukunftsthemen und hat Perspektiven für ihre jeweiligen Tätigkeiten entwickelt. Davon findet sich etwas wieder im Werk: Die Zeichnung beinhaltet Elemente, die wie Schachfiguren anmuten, die in unterschiedlichen Abfolgen aufgereiht sind und als abstrakte Form doch auch für etwas Individuelles stehen, so wie zu erreichende Meilensteine – auch wenn das für den Betrachter erstmal natürlich nicht lesbar ist. Alle sind mit länglichen Feldern verbunden und verwoben.

Darauf zu laufen hat eine ganz eigentümliche Wirkung: Die Zeichnung lenkt einen, man geht von Feld zu Feld und eigene Sichtachsen tun sich auf. Man fragt sich, was hinter den abstrakten Formen in den quadratischen Feldern sich wohl für Gedanken verbergen. An einigen Stellen wird einem ganz bewusst, dass die Zeichen ganz und gar nicht beliebig sein können. Man schaut nach draußen auf die Bäume, auf denen die Zeichen zu laufen, oder nach innen auf einen zentralen Punkt, der nicht dass Denkmal ist, aber auch mathematisch nicht die Mitte sein kann – eine gefühlte Mitte ist hier als Ursprungsort gewählt worden.

Die gesamte Komposition gleicht sogar eine gewisse Leere aus, die der Platz erdulden muss – nur wenige Besucher benutzen zur Zeit diese Parkanlage. Und damit meine ich nicht nur, dass die Größe der Zeichnung etwa der kompositorischen Fläche entspricht, die zukünftig die Bäume ergeben werden. Denn es ist noch mehr passiert: Ganz viele Menschen fahren tagtäglich um diese Fläche herum, die Strasse ist leicht erhöht, man hat einen sehr guten Blick darauf. Und das Arbeiten vor Ort, hat diesen Platz, der sonst nur spärlich – eher als Durchgangsraum – wahrgenommen wird, zu einem öffentlichen Raum des Agierens, des Handelns werden lassen.

Ein Wolkenbruch unterbrach die Aktion kurz vor der Fertigstellung, und ihr könnt euch vorstellen: Als ich am nächsten Tag das Kunstwerk alleine vollendete, kamen viele Erftstädter zu mir und wollten wissen, was hier passiert! Dann hab ich sie auf die Spurensuche geschickt:

Besten Dank an die Stadt Erftstadt, Schloss Gracht, Wildenmann Consulting, STIHL und die vielen Personen, die dieses Projekt möglich gemacht haben!

 

Start in die neue Saison

18. Juni 2017 von Ralf Witthaus · Allgemein

Der Sommer ist da, und ich freue mich auf vier super Kunstprojekte. Es geht nach Erftstadt, danach auf das polnische LandArt Festival und dann in die italienischen Alpen – zu einem atemberaubenden Ort über der Baumgrenze, 1000 Meter über dem Meeresspiegel. Und wenn alles klappt, dann gibt es noch einen weiteren Highlight, auf den ich mich schon seit Jahren freue…

Summer is there, and I am looking forward to four great artprojects. We will travel to Erftstadt/Germany, after that to the polish LandArt Festival and then into the italian alps – to a breathtaking place at 1000 meters above the see level. And if everything goes well, there is another highlight that I have been looking forward to for years…

Collage: Ralf Witthaus, Foto: Roberto Fusari,

NULLA DIES SINE LINE

17. November 2016 von Ralf Witthaus · Allgemein

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Eine Inschrift ziert über einer Sonnenuhr das Dach der Villa Romana in Florenz. In Versalien steht dort NULLA DIES SINE LINE, was soviel bedeutet, wie KEIN TAG OHNE LINIE. Der Stab der Sonnenuhr wirft einen langen Schatten auf die Ziffern der Uhr – beschreibt der darüberstehende Satz die Schattenlinie?

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Die Villa Romana ist seit über einhundert Jahren eine der bekanntesten deutschen Künstlerresidenzen im Ausland. Gegründet wurde diese Institution von dem bekannten Maler Max Klinger und seinen Künstlerfreunden vom Deutschen Künstlerbund. Hier sollten junge Künstler einen Ort für künstlerische Produktivität unabhängig von staatlicher Förderung erhalten.

Jedes Jahr beherbergt die Villa Romana seitdem zumeist vier Preisträger. Zeichner, Bildhauer und Maler, Künstler in allen Gattungen der bildenden Kunst. Viele dieser Künstler sind heute berühmt: zum Beispiel Max Beckmann, Käthe Kollwitz, Georg Baselitz oder Markus Lüpertz waren hier. An einem solchen Ort ist die Inschrift NULLA DIES SINE LINE wohl eher mit einer weiteren, poetischen Bedeutung gesetzt worden.

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Der Garten der Villa Romana ermöglicht am oberen Ende einen Ausblick auf die Stadt. Genau zwischen zwei Zypressen hindurch kann man auf die Hauptkuppel des Florentiner Doms blicken. Unterhalb der Kuppel ist ein rundes Fenster – von diesem Ort erscheint das riesige Element wie ein kleiner Punkt.

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Die Rasenmäherzeichnung visiert diesen Punkt in der Ferne an. Begeht man die gerade Linie, die sich wie ein Weg den Garten hinab zieht, so verbleibt das runde Fenster die ganze Zeit im Blickfeld des Betrachters. Etwa in der Mitte der Linie durchquert man dabei die zentrale quadratische Form der Rasenmäherzeichnung mit 10 Meter Länge und Breite.  Das Quadrat ist leicht aus der Flucht gedreht. Typographische Elemente und Fragmente ordnen sich hier um die durchquerende Achse. Die Linie löst etwas aus, wenn sie durch die Fläche stößt. In der Unordnung gibt es auch Ordnung. Und Bedeutung. Die Fragmente beziehen sich auf die Worte oberhalb der Sonnenuhr, wenn man genau hinschaut entdeckt man die Buchstabenzwischenräume von NULLA DIES SINE LINE.

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Florenz war in der Renaissance ein Schmelztiegel für die Künste – bis heute hat das Gewicht, das zeigen nicht nur die Kulturschätze, sondern auch die Touristenströme und Warteschlangen in der Innenstadt. Die Kunst der Vergangenheit funktioniert bis heute, die Stadt gleicht einem gewaltigen Museum.

Die Aufmerksamkeit vieler Augen dieser Stadt sind eher auf das gerichtet, was war. Die Blüte der Renaissance verbleibt durch ihre Virtuosität jedoch auch wie eine einzigartige Herausforderung an die heutigen Künstler. Und insofern könnte man den Satz auch anders übersetzen, als ein lebensfrohes, kunstbegeistertes, zukunftsbejahendes und mitreißendes: STOPPE NICHT! WER STOPPT, DER IST VERLOREN!

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Das Projekt wurde initiiert von Anna Lambertini / AIAPP in Zusammenarbeit mit Serena Savelli.

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Besten Dank für die großzügige Unterstützung dieses Projektes an die Villa Romana und STIHL.

 

Portraitfoto: Nico Joana Weber, Werkfotos: Ralf Witthaus

 

SQUARE AND CIRCLES

25. Oktober 2016 von Ralf Witthaus · Allgemein

Im Il Giardino di Pianamola ist zur Zeit die Arbeit „Square and Circles“ zu sehen. Der von Elisa Resegotti gestaltete Garten liegt in Bossano Romana, etwa 50 Kilometer von Rom entfernt. Ein besonderer Ort: Elisa Resegotti hat den Garten quasi aus dem Nichts erschaffen, als sie das Grundstück erwarb, hatte der Vorbesitzer tatsächlich alles Grün niederplaniert, allein zwei, drei Bäume standen noch. Als ich Elisa auf dem Weltkongress der Landschaftsarchitekten in Turin Anfang des Jahres kennenlernte, und sie mir von ihren Garten- und Kunstprojekten erzählte, bemerkte ich, dass sie bezüglich ihrer Gartengestaltung ebenfalls vom Zeichnen sprach. Sie zeichnete diesen Garten neu, nicht auf einem Blatt Papier, sondern wie ich, direkt vor Ort – als Landschaftsarchitekt und als Gärtner. Also habe ich mir den Garten angeschaut und der hat mich sehr begeistert.

Hier kommen einige Fotos des Fotografen (C) Francesco Galli zu der neuen Rasenmäherzeichnung und der Ausstellungseröffnung von „Land Art Revisited: Ralf Witthaus“, kuratiert von Elisa Resegotti.

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Der Garten beinhaltet neben einigen Skulpturen auch einen Pool, der für die bildnerische Komposition in seiner Funktion und Lage Impulsgeber war. Die Zeichnung befindet sich im Zentrum des Gartens, der Pool ist direkt daneben, aber für den Besucher leicht versteckt hinter Büschen. Die Aussicht an der Hanglage geht in Richtung des großen Sees, und bei gutem Wetter, kann man hinter dem See sogar auch das Meer in der Ferne entdecken. Bei der Betrachtung des Form des Pools wurde mir klar, dass die zentralen Grundformen der menschlichen Architektur sich hier in einer ganz eigenen und einfachen Art und Weise mischen. Es ist eigentümlich: Wo findet man ansonsten diese Form? Der Vergleich von der Wirkung eines Pools und eines Kunstwerks ist eine interessante Fragestellung.

Mehr Informationen zu dem Projekt und auch eine Karte für die Anfahrt:

www.pianamola.org

Besten Dank auch an den Fotografen Francesco Galli, für seine Dokumentationsfotos und Portraits.

Fotos: (C) Francesco Galli

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